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Handbuch — Für Mitarbeiter und Prüflinge

Dieses Kapitel richtet sich an alle, die eine Unterweisung auf NormProof machen: angestellt, als freier Mitarbeiter oder als Selbstkäufer.

1. Ins Konto kommen

  • Vier Wege ins System bei der Registrierung: Firmenkonto (mit oder ohne 14-Tage-Test), Einzelkonto ohne Firmen-Jahresgebühr, Einladungscode oder Einladungslink für Mitarbeiter, Partnerantrag mit Freigabe.
  • Bei der Registrierung gibt es zwei getrennte Angaben, die oft verwechselt werden:
    • Die Kaufart ist Pflicht. Du wählst zwischen "Unternehmer" und "privat". Wer "privat" wählt, bekommt keinen Testzugang: Der Vorgang endet vor der Anlage von Konto und Firma, stattdessen wird ein Kontaktweg angeboten (§ 312 Abs. 1a BGB).
    • Die Einwilligung zur Kontaktaufnahme ist freiwillig. Das Häkchen ist nicht vorangekreuzt, und die Registrierung geht auch ohne es durch. Wer nicht zustimmt, bekommt trotzdem seinen Zugang. Gespeichert wird der Zeitpunkt der Einwilligung, nicht nur ein Haken. Fehlt dieser Zeitpunkt, heißt das ausdrücklich "keine Einwilligung", nicht "noch nicht gefragt".
  • Ein Mitarbeiter kommt normalerweise über einen Einladungslink oder QR-Code ins System. Der QR-Code ist keine eigene Methode, sondern die grafische Darstellung desselben Links.
  • Der Nachweis gehört der Person, nicht dem Betrieb. Ein Firmenwechsel ändert daran nichts: Der Schulungsnachweis bleibt gültig, der Tresor bleibt bestehen.
  • Mehrere Firmen: Ein freier Mitarbeiter kann mehreren Betrieben gleichzeitig angehören und wählt beim Kursstart, welche Firma die Lizenz stellt.
  • Sprache: Umschaltbar auf 22 Sprachen, die Auswahl wird gespeichert. Griechisch, Maltesisch und Irisch sind hinterlegt, aber bewusst nicht freigegeben, weil die Übersetzungsqualität noch nicht geprüft ist.

2. Einen Kurs machen

  • Die Kursliste hat ein Suchfeld und eine Auswahl nach Themengebiet.
  • Zielgruppe: Auf der Kursseite steht, für wen der Kurs gedacht ist. Die Angabe erscheint nur, wenn sie für den Kurs hinterlegt ist.
  • Bis zu drei gleichwertige Wege durch denselben Inhalt: Video, Audio, Text. Welche Wege ein Kapitel anbietet, richtet sich nach dem, was für dieses Kapitel tatsächlich vorliegt. Es wird nie ein Weg angezeigt, der nicht existiert.
  • Untertitel gibt es auch zum reinen Ton, nicht nur zum Video. Die Sprachwahl funktioniert wie beim Video, und die gewählte Einstellung gilt für den ganzen Kurs.
  • Freiwilliges Lernspiel "Einordnen" vor dem Kurs und nach jedem Kapitel. Es zählt nicht zum Bestehen und wird nicht gespeichert. Es gibt zwei Arten: eine kursweite Vorschau, die bewusst frei zugänglich ist, damit du den Kurs vor dem ersten Start kennenlernen kannst, und eine Runde zum einzelnen Kapitel. Für die Kapitelrunde gelten dieselben Rechte wie für das Kapitel selbst: Ohne Lizenz gibt es sie nicht.
  • Norm-Auskunft im Kapitel: Du kannst direkt im Kurs eine Frage an die Norm stellen und die Antwort bewerten.
  • Identitätserklärung vor Kursstart: Du bestätigst mit deinem Namen, dass du selbst und ohne fremde Hilfe teilnimmst. Ein zweites Passwort wird nicht verlangt, weil es nichts beweist, was die Anmeldung nicht schon beweist.

3. Die Prüfung

  • 8-Stunden-Fenster ab Kursstart.
  • Je Kapitel werden 4 Fragen aus dem Fragenpool des Kapitels gezogen. Bei jeder Frage ist genau eine Antwort richtig.
  • Bestehensgrenze: 80 % über alle Kapitel zusammen, dazu eine Mindestquote je Kapitel: 2 von 4 Fragen richtig. Ein Kapitel mit 0 oder 1 richtigen Antwort gilt also nicht als bestanden, auch wenn der Schnitt über die anderen Kapitel gut ist. Zur Gesamtgrenze: Bei 70 % bestünde, wer nur die Hälfte kann, mit 49 % Wahrscheinlichkeit innerhalb von drei Versuchen; bei 80 % sind es 13 %.
  • Versuchsbremse: Nach drei Versuchen je Kapitel folgt eine Pause von 30 Minuten, mit Hinweis und sichtbarem Countdown, bevor ein weiterer Versuch möglich ist. Die Zahl der Versuche innerhalb des 8-Stunden-Fensters ist damit in der Praxis begrenzt.
  • Gezielte Wiederholung statt Neuanfang: Fehlerfrei bearbeitete Kapitel bleiben grün und werden nicht erneut abgefragt. Bei einer Wiederholung zieht das System bevorzugt neue, noch nicht gesehene Fragen aus dem Pool. Das geht nur, wenn der Pool mehr als die gezogenen 4 Fragen enthält. Hat ein Kapitel genau 4 Fragen, kommen zwangsläufig dieselben Fragen zurück, weil es keine anderen gibt.

4. Schulungsnachweis

  • Er wird nach Abschluss automatisch erstellt und gehört der Person.
  • Öffentlich überprüfbar per QR-Code oder Prüflink, ohne Konto und ohne Mitwirkung des Betriebes.
  • Art der Unterweisung: Auf dem Nachweis steht, ob es eine erste Unterweisung oder eine Wiederholung war. Diese Angabe steht auch auf dem Muster im Testzugang.
  • Der Nachweis trägt: Person, Kurs, Nachweisnummer, Gültigkeitsdatum und den Wissensstand, also die Normfassung, auf die sich die Schulung bezieht. Der Wissensstand wird bei der Ausstellung festgehalten; ein späteres Kurs-Update ändert ihn nicht rückwirkend.
  • Kurstitel und Nachweiszeile werden bei der Ausstellung festgehalten. Wird ein Kurs später umbenannt, ändert das keinen bereits ausgestellten Schulungsnachweis.
  • Frist: Auf dem Nachweis steht "Auffrischung spätestens am" mit Datum.
  • Fußzeile: kein staatlich anerkannter Abschluss, keine Personenzertifizierung nach ISO/IEC 17024 (ZFU-Richtlinie Nr. 8).
  • Die Prüfseite zeigt einen von vier Zuständen: gültig, Demo ("Demo-Nachweis aus einem Testzugang"), kein gültiger Nachweis gefunden oder widerrufen. Ein Demo-Nachweis ist also klar von einer erfundenen Nummer unterschieden.
  • Widerrufen heißt hier: NormProof selbst hat einen Schulungsnachweis zurückgenommen. Eine Firma kann den Nachweis ihres eigenen Mitarbeiters nicht widerrufen. Das ist etwas völlig anderes als das Widerrufsrecht beim Kauf (§ 8 AGB, § 356 BGB), für das es eine eigene Seite gibt. Die Reihenfolge der Zustände: Widerrufen geht allem vor, dann Demo, dann gültig oder kein gültiger Nachweis gefunden. Ein widerrufener Nachweis ist echt und existiert, gilt aber nicht; er heißt deshalb weder "gültig" noch "ungültig". Öffentlich steht nur, dass und wann widerrufen wurde. Den Grund erfährt nur der Inhaber, im Konto und per E-Mail, weil er persönliche Daten enthalten kann. Ein Widerruf löscht nichts und kann selbst zurückgenommen werden; der Vermerk bleibt in beiden Richtungen stehen.
  • Im Testzugang entsteht kein Nachweis, auch kein Demo-Nachweis. Stattdessen zeigt die Kursseite ein reines Muster zur Ansicht, sobald dieselbe Bestehensgrenze wie im regulären Kurs erreicht ist: alle Kapitel, mindestens 80 %, Mindestquote je Kapitel. Der QR-Code auf dem Muster führt bewusst auf die Echtheitsseite und nicht auf die Prüfseite, denn eine Musternummer würde dort als "kein gültiger Nachweis gefunden" erscheinen.
  • Zugriffsschutz: Den Nachweis abrufen können nur die Person selbst und eine Aufsicht in derselben Firma.

5. Nachweis-Tresor

  • Dokumente hochladen (Foto oder PDF), verschlüsselt.
  • Freigabe je Firma einzeln steuern, jederzeit widerrufbar.
  • Beim Aktualisieren wird der Vorgänger automatisch archiviert.
  • Nachweisfelder je Dokumentart: typabhängige Angaben wie Aussteller, Ausstellungsdatum, Ergebnis, Kennzeichen, Grundlage samt Fassung, Originalsprache. Ein Führerschein hat kein "Ergebnis", eine arbeitsmedizinische Vorsorge schon. Fehlende Pflichtangaben werden sichtbar gemacht, verhindern das Hochladen aber nicht.
  • Werte, die die Texterkennung vorschlägt, bleiben als "unbestätigt" gekennzeichnet, bis ein Mensch sie bestätigt.
  • Papierdokumente, die die Firma hochlädt (Scan durch die Aufsicht), erscheinen in deinem Tresor zur Bestätigung. Erst danach kann die Aufsicht sie attestieren.
  • KI-Lesehilfe für fremdsprachige Dokumente, läuft auf eigener Infrastruktur. Ausdrücklich keine beglaubigte Übersetzung; im Zweifel zählt das Original.

6. Bezahlen (Selbstkauf ohne Firma)

  • Freie Fachkräfte kaufen ihre Kurslizenz direkt per PayPal.
  • Preis: 99 € netto / 117,81 € brutto für DIN 2303. Andere Kurse siehe Preisliste des jeweiligen Kurses.

7. Komfort und Barrierefreiheit

  • Als App installierbar (PWA), ohne App-Store.
  • Vorlesefunktion, große Schrift, klare Bedienelemente.
  • Automatische Ablauf-Erinnerungen: 6 Wochen und 1 Woche vor Fristende sowie bei Überfälligkeit.

Info-Felder

Kurze Erklärungen zu einzelnen Funktionen. In der App findest du sie am ⓘ-Zeichen neben der jeweiligen Funktion.

info.konto.zwei-faktor

Ist die Zwei-Faktor-Anmeldung eingeschaltet, reicht dein Passwort allein nicht: Nach der Passworteingabe bist du noch nicht angemeldet, sondern gibst zusätzlich einen Code ein. Der kommt aus deiner Authenticator-App, per E-Mail oder aus deinen Wiederherstellungscodes. Erst mit einem gültigen Code entsteht die Anmeldung. Bewahre die Wiederherstellungscodes getrennt von deinem Gerät auf — sie sind der Weg zurück, wenn das Gerät weg ist.

info.kurse.reiter

Unter Kurse findest du alles an einer Stelle. Offen zeigt, was du absolvieren kannst oder sollst: Kurse, die deine Firma dir zugewiesen hat, für dich bereitliegende Lizenzen und Kurse, die du begonnen hast — Zugewiesenes, das fällig oder abgelaufen ist, steht oben. Bestanden zeigt deine bestandenen Kurse mit Datum, Gültigkeit und dem Weg zum Nachweis; ein abgelaufener Pflichtkurs steht zusätzlich unter Offen. Kurse ist der ganze Katalog, filterbar nach Bereich (zivil, Wehrtechnik) und Schlagwort; mehrere Filter gelten zusammen. Pakete zeigt die Kurspakete deiner Firma. Kaufen darf, wer in der Firma die Bestellfreigabe hat; ohne sie schickst du mit „Bei der Firma anfragen“ eine Bitte an die Nachrichten deiner Firma.

info.kurs.merkkarte

Die Merkkarte fasst das Wichtigste eines Kurses auf einer Seite zum Ausdrucken zusammen. Sie unterliegt denselben Zugangsregeln wie der Kurs selbst: Wer den Kurs nicht sehen darf, bekommt auch die Zusammenfassung nicht. Die Karte wird aus dem geltenden Kursstand erzeugt — ändert sich der Kurs, ändert sich die Karte beim nächsten Abruf mit.

info.kurs.offline-paket

Das Offline-Paket lädt die Medien eines Kurses in deinen Browser, damit du ihn auch ohne stabile Verbindung durcharbeiten kannst. Angelegt wird es nur, wenn du jedes Kapitel des Kurses sehen darfst — wer nur eine Vorschau hat, bekommt kein Paket. Was einmal geladen ist, bleibt ohne Rückfrage nutzbar: Die Lizenz ist ein Prüfungsfenster, kein Zugangsrecht auf die Mediendateien, und was du am Ende bekommst, ist der Nachweis und nicht das Video.

info.kurs.untertitel

Über der Abspielerleiste schaltest du Untertitel ein und wählst ihre Sprache. Angeboten werden nur die Sprachen, für die zu diesem Kapitel auch wirklich eine Untertiteldatei vorliegt — eine Sprache in der Liste ist also immer eine, die es gibt. Untertitel hängen an der Tonspur, nicht am Video: Auch ein Kapitel ohne Film kann sie haben.

info.nachweis.lesehilfe

Die Lesehilfe liest ein hochgeladenes Dokument maschinell aus und überträgt es in deine Sprache, damit du erkennst, worum es geht. Das ist keine beglaubigte Übersetzung und kein rechtlich verwendbares Dokument, sondern eine Orientierung — für Behörden und Prüfungen zählt allein das Original. Die Verarbeitung läuft auf einem Rechner im Haus, nicht bei einem externen Dienst.

info.konto.microsoft

Du kannst dein NormProof-Konto mit dem Microsoft-Konto deiner Firma verknüpfen. Dazu bestätigst du einmal dein NormProof-Passwort. Danach meldest du dich mit einem Klick über Microsoft an. Hast du die Anmeldung mit Code eingeschaltet, bleibt der NormProof-Code trotzdem nötig. Die Verknüpfung kannst du jederzeit lösen — die Anmeldung mit Passwort bleibt immer erhalten.

Handbuch — Für Firmenkonto, Inhaber und Aufsicht

Dieses Kapitel beschreibt das Firmenkonto: Mitarbeiter aufnehmen, Lizenzen und Zahlung, Lieferkette, das Compliance-Cockpit, das Attestieren sowie Fristen und Audit.

1. Firmenkonto — Grundunterscheidung

  • Firmenzugang und Kurslizenz sind zwei verschiedene Dinge. Der Firmenzugang ist die Jahresgebühr für Konto, Cockpit und Verwaltung. Die Kurslizenz ist ein Einmalkauf für einen Kurs.
  • Preisstaffel für den Firmenzugang: bis 10 Mitarbeiter 299 €, 11–25: 449 €, 26–50: 599 €, 51–150: 1.190 €, ab 151: 1.990 € netto im Jahr. Der Preis wird bei der Bestellung festgehalten. Stellst du im laufenden Jahr weitere Leute ein, kommt dafür keine Nachforderung.
  • Mehrere Firmen unter einem Konto: Gehörst du zu mehreren Firmen, wechselst du über „Firma wechseln" in der Kopfzeile.
  • Testzugang: Bei Kaufkursen sieht ein Testzugang nur den Vorschau-Abschnitt. Gratiskurse laufen im Testzugang komplett durch, erzeugen dabei aber keinen Nachweis, auch keinen Demo-Nachweis. Ist dieselbe Bestehensgrenze wie regulär erreicht, erscheint nur ein reines Anzeige-Muster.
  • Vom Testzugang zum Firmenkonto geht es über „Konto umwandeln". Dort werden Firmenadresse, USt-ID und erneut die Kaufart abgefragt. Bestandene Gratiskurse erhalten dabei rückwirkend ihren echten Schulungsnachweis; als Ausstellungsdatum gilt der Tag der Umwandlung. Kaufkurse ausdrücklich nicht — dafür ist weiterhin eine Lizenz nötig.

2. Mitarbeiter aufnehmen

  • Drei Wege: Einladungslink, CSV-Massenimport und Einzelanlage. Der QR-Code ist kein eigener Weg, sondern die grafische Darstellung des Einladungslinks.
  • Registrierung als Unternehmer oder privat: Wer bei der Registrierung „privat" wählt, kommt vor jeder Kontoanlage in den Kontaktweg statt in den Testzugang (§ 312 Abs. 1a BGB). Die Einwilligung, kontaktiert zu werden, ist ausdrücklich freiwillig.
  • Startpasswort: Beim Einzelanlegen gibst du das Startpasswort selbst ein; ein Vorschlag kann dabei helfen. Beim CSV-Import wird es erzeugt.
  • Rollen: Inhaber, Aufsicht und Mitarbeiter. Die Rolle des Inhabers ist fest und lässt sich nur durch eine Übergabe an eine andere Person übertragen. Aufsicht und Mitarbeiter vergibst du über die Rolle der jeweiligen Person.
  • Einen Mitarbeiter zu entfernen löscht dessen persönliche Nachweise nicht — der Tresor gehört der Person.

3. Lizenzen und Zahlung

  • Das Bestellformular ist ein Kurskatalog: eine Zeile je Kurs mit Preis und Bestand. Mehrere Kurse ergeben eine Bestellung mit einer Position je Kurs. Der Paketrabatt (10 % ab 10 Lizenzen) gilt je Position, nicht für die gesamte Bestellung.
  • Jede Zeile zeigt zusätzlich eine kurze Beschreibung des Kurses — denselben Text wie auf der Kursseite, keinen eigenen zweiten. So siehst du auch bei ähnlich benannten Kursen, etwa Varianten von Schweißverfahren, was sie unterscheidet.
  • Zahlwege: PayPal mit sofortiger automatischer Freischaltung, oder Rechnung (Vorkasse). In der Oberfläche heißt dieser Weg „Rechnung (Vorkasse)" und steht als Info-Kachel, nicht als eigene Schaltfläche; die Knöpfe zum Bezahlen stehen je offener Zeile in der Bestellliste.
  • Die Bestellfreigabe erteilt nur der Inhaber. Den Knopf „Bestellen erlauben" kann niemand sonst drücken, auch nicht die Aufsicht selbst. An dieser Freigabe hängen Bestellen, das Bezahlen einer offenen Bestellung und das Stornieren. Mitarbeiter anlegen ist davon ausgenommen — das darf eine Aufsicht auch ohne diese Freigabe.
  • Bestellungen stornieren sowie Rechnungen und Gutschriften einsehen kannst du unter „Lizenzen".
  • Widerrufsrecht beim Kauf: Beim Kauf gibt es zwei getrennte, nicht vorangekreuzte Häkchen — eines für den vorzeitigen Beginn und eines für das Erlöschen des Widerrufsrechts (§ 356 Abs. 6 BGB). Sie gelten für alle Käufer, nicht nur für Verbraucher. Verlinkt ist die Seite mit dem amtlichen Muster-Widerrufsformular.
  • Kursanhänge, Zusatzunterlagen und Medien sind nur für Personen zugänglich, die in den Kurs eingeschrieben sind. Es gilt dieselbe Zugangsprüfung wie für die Kapitel des Kurses. Anhänge sind nicht öffentlich abgelegt.

4. Lieferkette

  • Zulieferer verknüpfst du per Einladungslink.
  • Der Auftraggeber sieht nur Kennzahlen — wie viele Personen grün, gelb, rot oder ohne Daten stehen —, keine Namen und keine Dokumente.
  • Der Zulieferer bestimmt den Umfang der Freigabe (Kursstatus, Nachweis-Gültigkeiten, beides oder nichts) und kann die Verknüpfung jederzeit fristlos beenden.
  • Vollständigkeitserklärung: ein zweites Signal, getrennt von der Ampel. Der Inhaber des Zulieferers erklärt mit Name, Datum und Personenzahl, dass alle einzubeziehenden Personen erfasst sind. Die Erklärung gilt ein Jahr und veraltet früher, wenn die Belegschaft wächst.
  • Nachweisstand-Schnappschuss: hält die Nachweislage zu einem Zeitpunkt fest — „war es grün, als geliefert wurde". An einen Prüfer geht er nie automatisch: Der Zulieferer gibt ihn ausdrücklich frei und kann ihn vorher ansehen und kommentieren.
  • Kurslizenzen können kostenfrei an einen Zulieferer übertragen werden. Die Übertragung ist laut AGB § 3 endgültig; eine Rückerstattung gibt es nicht.

5. Das Compliance-Cockpit (Aufsicht)

  • Zwei Ebenen: Oben stehen die Zählung je Ampelfarbe und ein Statusbalken („X Mitarbeiter brauchen Ihre Aufmerksamkeit" oder „Alles in Ordnung"). Darunter folgt eine Zeile je Mitarbeiter mit Gesamtstatus und Nachweisen.
  • Vier Ampelzustände, nicht drei: Grau (gestrichelt) = noch nicht festgelegt, was diese Person braucht — die Ampel trifft dann keine Aussage. Grün = alles Geforderte ist gültig. Gelb = etwas läuft in 6 Wochen ab. Rot = abgelaufen oder fehlt.
  • Mitarbeiter finden: Über das Suchfeld filterst du die Liste nach Name oder E-Mail-Adresse.
  • Ein Klick auf die Ampel führt zur Seite „Anforderungen" der Person. Dort steht, was genau diese Person braucht — nicht ein Soll für alle.
  • Rot hat typischerweise drei Ursachen: abgelaufen, nie hochgeladen, oder hochgeladen, aber nicht für die Firma freigegeben. Der letzte Fall ist der häufigste.

6. Attestieren

  • Ablauf: Dokument über „Ansehen" öffnen, Häkchen „Dokument geprüft" setzen, „Attestieren" klicken.
  • Vier-Augen-Prinzip: Ein eigenes Dokument kannst du nicht wie ein fremdes attestieren. Du kannst es nur als Selbstauskunft bestätigen, und diese Kennzeichnung bleibt dauerhaft stehen. Die Selbstauskunft ersetzt die Attestierung des eigenen Nachweises; sie ist keine eigene Dokumentenkategorie.
  • Upload für einen Mitarbeiter: Lädt die Aufsicht ein Papierdokument für einen Mitarbeiter hoch, lässt es sich erst attestieren, nachdem der Mitarbeiter es im eigenen Tresor bestätigt hat.
  • Protokoll: Jede Attestierung wird mit Name und Zeitpunkt festgehalten, ebenso, ob es eine Selbstauskunft war. Dieses Protokoll wird bis zu 12 Monate nach einer Sperrung der Firma aufbewahrt.
  • Nachweisfelder je Dokumentart: Je nach Art des Dokuments gibt es Pflichtangaben (Aussteller, Datum, Ergebnis, Kennzeichen, Grundlage, Originalsprache). Fehlende Angaben werden sichtbar gemacht, verhindern den Upload aber nicht. Werte, die die Texterkennung vorschlägt, bleiben als „unbestätigt" markiert, bis ein Mensch sie bestätigt — typischerweise die Aufsicht.
  • KI-Lesehilfe für fremdsprachige Dokumente: Sie läuft auf eigener Infrastruktur und ist keine beglaubigte Übersetzung. Im Zweifel zählt das Original.

7. Fristen und Audit

  • Automatische Erinnerungen: 6 Wochen vor Ablauf an den Mitarbeiter, 1 Woche vorher zusätzlich an die Aufsicht, auch bei Überfälligkeit.
  • Audit-Report als CSV mit einem Klick: wer, Rolle, Nachweis, Gültigkeit, Datei hinterlegt, von wem attestiert. Selbstauskünfte sind gekennzeichnet, das Protokoll der Attestierungen hängt an.
  • Dass die Personenliste gegenüber einem Auftraggeber vollständig ist, kann nur der Inhaber erklären, nicht die Aufsicht (siehe Abschnitt 4).

Info-Felder

Kurze Erklärungen zu einzelnen Funktionen. In der App findest du sie am ⓘ-Zeichen neben der jeweiligen Funktion.

info.lizenzen.bestellfreigabe

Nur du als Inhaber kannst eine Aufsicht dazu berechtigen, Lizenzen zu bestellen, zu bezahlen und Bestellungen zu stornieren. Ohne diese Freigabe sieht eine Aufsicht den Lizenzstand, aber kein Bestellformular — nur den Hinweis, warum es fehlt. Mitarbeiter anlegen ist davon ausgenommen: Das darf jede Aufsicht auch ohne diese Freigabe.

info.cockpit.attest

Du prüfst drei Dinge, bevor du "Attestieren" klickst: Ist es das richtige Dokument, gehört es zu dieser Person, ist das Datum plausibel? Dein Name und der Zeitpunkt werden danach im Attestierungs-Ledger festgehalten. Du bestätigst damit, dass du hingesehen hast — nicht, dass der Inhalt fachlich stimmt: Ob eine ärztliche Bescheinigung richtig ist, beurteilt der Arzt, nicht du.

info.cockpit.audit-export

Ein Klick erzeugt eine CSV-Tabelle: wer, welche Rolle, welcher Nachweis, gültig bis wann, von wem attestiert. Das ist eine Liste zum Vorlegen bei einer Prüfung — nicht dasselbe wie die Nachweis-Dateien selbst (cockpit.datenpaket, Datenmitnahme). Wenn du die Dokumente brauchst, nicht nur die Übersicht, ist das der andere Knopf.

info.lieferkette.umfang

Ein verknüpfter Auftraggeber sieht nur Kennzahlen — wie viele deiner Leute grün, gelb oder rot stehen, nie Namen oder Dokumente. Du bestimmst den Umfang der Freigabe mit zwei Häkchen (Kursstatus, Nachweis-Gültigkeiten) und kannst die Verknüpfung jederzeit fristlos beenden.

info.trial.konto-umwandeln

Im Testzugang entsteht kein echter Nachweis, nur ein Muster. Wandelst du dein Konto in ein reguläres Firmenkonto um, bekommst du für bereits bestandene Gratiskurse rückwirkend den echten Schulungsnachweis, ohne den Kurs zu wiederholen — für Kaufkurse nicht, dafür brauchst du weiterhin eine Lizenz.

info.lizenzen.zuweisen

Dein Betrieb kauft eine Anzahl Lizenzen für einen Kurs. Du kannst eine Lizenz einer bestimmten Person zuweisen; dann ist sie für diese Person reserviert. Nicht zugewiesene Lizenzen sind frei: Wer den Kurs startet und keine eigene zugewiesene hat, verbraucht eine freie. Mit dem Start läuft ein Fenster von acht Stunden, in dem beliebig viele Versuche möglich sind; es endet mit dem Bestehen oder mit dem Ablauf. Festgehalten wird dabei, wer den Kurs unter welchem Namen begonnen hat — eine spätere Änderung des Namens im Konto verändert das Protokoll nicht rückwirkend. Ein neuer Start setzt den Fortschritt zurück: neuer Versuch, neuer Anfang.

info.lizenzen.firmenzugang

Der Firmenzugang ist die Jahresgebühr für das Firmenkonto, getrennt von den Lizenzen für einzelne Kurse. Der Preis richtet sich nach der Größe deiner Belegschaft. Gezählt wird beim Bestellen, und dieser Stand wird in der Bestellung festgehalten: Wenn du im Januar bestellst und im März jemanden einstellst, kommt für das laufende Jahr keine Nachforderung. Bestellen darf nur, wer die Bestellfreigabe hat — siehe info.cockpit.rollen.

info.lizenzen.stornieren

Eine Bestellung lässt sich zurücknehmen, solange sie offen ist — also noch nicht bezahlt oder freigeschaltet. Danach geht es über eine Anfrage, nicht über diesen Knopf. Stornieren darf, wer auch bestellen darf: Wer keine Bestellfreigabe hat, kann eine Bestellung auch nicht zurücknehmen.

info.kurspaket.eigenes

Ein Kurspaket ist eine Zusammenstellung von Kursen für eine Berufsgruppe — damit du nicht aus dem ganzen Katalog auswählen musst, was für deine Leute passt. Ein Platz im Paket kann bestehen, bevor der Kurs dazu fertig ist; dann siehst du, was vorgesehen ist, und kannst es noch nicht buchen. Das ist Absicht: Das Paket zeigt den Umfang und behauptet nicht, alles sei schon da.

info.cockpit.csv-import

Du legst mehrere Mitarbeiter auf einmal an, mit einer Zeile je Person: Name;E-Mail[;Personal-Nr.]. Für jede Person entsteht ein Startpasswort, das dir genau einmal im Ergebnis angezeigt wird — schreibe es dir heraus oder gib es gleich weiter, es lässt sich danach nicht noch einmal ansehen. Ob jemand direkt in einen Kurs eingeschrieben wird, hängt davon ab, wie viele Kursarten ihr lizenziert habt: Bei genau einer geht es automatisch, sonst entsteht nur die Mitgliedschaft und du wählst den Kurs selbst.

info.cockpit.rollen

Eine Aufsicht verwaltet Mitarbeiter, Nachweise und Kurse, aber sie kauft nicht von sich aus ein. Bestellen darf sie erst, wenn der Inhaber ihr die Bestellfreigabe erteilt — und diese Freigabe kann nur der Inhaber geben, nicht eine Aufsicht sich selbst. Ohne sie sieht die Aufsicht den Lizenzstand, aber kein Bestellformular. Mitarbeiter anlegen darf jede Aufsicht auch ohne Freigabe.

info.cockpit.inhaber-wechseln

Wer die Firma registriert hat, ist zunächst Inhaber. Verlässt diese Person das Unternehmen oder soll jemand anderes führen, übergibst du hier. Die neue Person wird Inhaber, du selbst bleibst als Aufsicht im Konto — du verlierst also nicht den Zugang, sondern nur die Rechte, die am Inhaber hängen. Nur der Inhaber selbst darf übertragen, keine Aufsicht: Sonst könnte sich jede Aufsicht die Firma nehmen.

info.cockpit.anforderungen

Hier legst du fest, was eine Person mitbringen muss: einen bestimmten Kurs, einen bestimmten Dokumenttyp oder etwas frei Beschriebenes. Ob eine Anforderung erfüllt ist, wird immer aus dem tatsächlichen Stand abgeleitet und nie gespeichert — läuft ein Nachweis ab, wird die Anforderung im selben Moment wieder offen, ohne dass jemand etwas umstellt. Bei einem Kurs zählt ein gültiger Schulungsnachweis, bei einem Dokumenttyp ein freigegebenes und gültiges Dokument. Eine frei beschriebene Anforderung musst du von Hand einem Dokument zuordnen, weil sich Freitext nicht verlässlich automatisch zuordnen lässt.

Hast du ein Paket gekauft, stehen seine Lizenzen je Kurs bereit. Nicht jede Person braucht jeden Kurs des Pakets: Hier legst du je Person fest, welche Kurse sie machen soll. Eine Anforderung für einen Kurs reserviert eine Lizenz für diese Person, wenn noch eine frei ist. Ist keine mehr frei, entsteht die Anforderung trotzdem, mit dem Hinweis, dass die Person den Kurs noch nicht starten kann. Entfernst du die Anforderung, bevor der Kurs begonnen ist, wird die Lizenz wieder frei.

info.cockpit.lizenzbestand

Für jeden Kurs siehst du, wie viele Lizenzen frei, zugewiesen, in Benutzung und verbraucht sind. Zugewiesen heißt: Die Lizenz ist für eine bestimmte Person reserviert, und nur diese Person kann sie verbrauchen. Welche Personen das sind, steht dabei.

Zuweisen kannst du über eine Anforderung oder hier mit „zuweisen an", auch an mehrere Personen auf einmal. Reichen die freien Lizenzen nicht für alle, werden so viele zugewiesen, wie frei sind, und die Meldung nennt, wer keine bekommen hat. Jede Person hat je Kurs höchstens eine zugewiesene Lizenz.

Eine Zuweisung wird wieder frei, wenn du sie aufhebst oder die Person die Firma verlässt, solange der Kurs noch nicht begonnen ist. Begonnene und abgeschlossene Lizenzen bleiben verbraucht.

Sind alle Lizenzen eines Kurses anderen Personen zugewiesen, kann eine Person ohne eigene Zuweisung den Kurs nicht starten. Sie bekommt dann eine eigene Meldung und wendet sich an die Aufsicht.

info.cockpit.erinnerungen

Die Erinnerungsliste zeigt alle Nachweise, die ein Ablaufdatum haben und nicht mehr grün stehen — mit der Zahl der Tage bis zum Ablauf, bei bereits abgelaufenen als negative Zahl. Grüne Nachweise und solche ohne Ablaufdatum stehen nicht darin; die Liste ist absichtlich das, was Arbeit macht, und nicht der gesamte Bestand. Sehen kann sie nur eine Aufsicht.

info.cockpit.dokument-upload

Du kannst ein Dokument im Namen eines Mitarbeiters hochladen, etwa wenn dir eine Bescheinigung auf Papier vorliegt. Die betroffene Person muss den Upload bestätigen — erst danach lässt sich das Dokument attestieren. Das ist Absicht: Ein Nachweis gehört der Person, und niemand soll ungefragt etwas in ihre Akte legen.

info.cockpit.datenpaket

Das Datenpaket ist eine ZIP-Datei mit den Nachweisen selbst — als PDF, dazu die Prüfanleitung und der Lernverlauf im Wortlaut. Das ist nicht dasselbe wie der Audit-Export aus info.cockpit.audit-export: Der liefert eine Liste, das Datenpaket die Dokumente. Der Zweck ist Unabhängigkeit: Wenn du aufhörst, uns zu nutzen, oder wir eines Tages nicht mehr da sind, hast du deine Unterlagen trotzdem, lesbar ohne NormProof. Die Datei wird vollständig erzeugt, bevor der Download beginnt — ein halb geschriebenes Paket sähe aus wie ein ganzes.

info.konto.firma-wechseln

Gehörst du zu mehreren Firmen — als freie Mitarbeiterin, als externe Aufsicht —, wählst du hier, in welcher du gerade arbeitest. Alles, was du danach siehst, gehört zu dieser Firma: Mitarbeiter, Lizenzen, Nachweise. Der Wechsel ändert nichts an deinen Rechten in den anderen Firmen, er stellt nur um, welche gerade gilt.

info.paket.bestellen

Ein Paket bestellst du immer als Ganzes; einzelne Kurse lassen sich hier nicht abwählen. Der Preis auf dieser Seite ist der Nettobetrag der Rechnung; dazu kommt die Umsatzsteuer. Mit dem Kauf entstehen Lizenzen für jeden Kurs des Pakets. Je Bestellung sind höchstens 500 Lizenzen möglich, verteilt auf alle Kurse des Pakets — bei vier Kursen also 125 Personen. Nach dem Kauf sind alle Lizenzen zunächst frei. Wer welchen Kurs machen soll, legst du unter „Anforderungen" oder im Lizenzbestand fest; eine Zuweisung reserviert die Lizenz für diese Person. Freie Lizenzen verbraucht, wer den Kurs zuerst startet.

info.cockpit.schnittstelle

Über die Schnittstelle kann das Personalsystem deiner Firma Mitarbeiter anlegen und austragen, statt dass du das von Hand tust. Dafür legst du hier einen Schlüssel an. Er wird genau einmal angezeigt — kopiere ihn sofort und bewahre ihn sicher auf. Du kannst mehrere Schlüssel haben, zum Beispiel um einen alten ohne Unterbrechung zu ersetzen. Meldet das Personalsystem einen Austritt, endet nur die Zugehörigkeit zur Firma; gelöscht wird nichts. Personalnummern werden ohne Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung verglichen. Neu angelegte Mitarbeiter setzen ihr Passwort über „Passwort vergessen".

info.pruefung.freigeben

Hier gibst du einem Prüfer Zugang zu euren Nachweisen — für eine Prüfung, nicht auf Dauer. Du legst ein Enddatum fest und wählst, welche Bereiche er sehen darf; mehr sieht er nicht. Jeder Aufruf seiner Prüfansicht wird protokolliert. Du kannst den Zugang jederzeit widerrufen.

info.pruefung.befund-antworten

Hat ein Prüfer einen Befund gesetzt, siehst du ihn hier mit seiner Frist. Du kannst einmal Stellung nehmen — danach lässt sich die Stellungnahme nicht mehr ändern. Schreibe sie also zu Ende, bevor du sie abschickst. Sobald der Befund behoben ist, meldest du das; das geht auch vor einer Stellungnahme. Die Frist rechnet nach dem Datum in Deutschland.

Handbuch — Für Lieferkette, Vorabprüfung und Prüfer/Auditoren

Dieses Kapitel beschreibt, wie Außenstehende einen Nachweis prüfen, was ein Nachweis belegt und wie die Lieferketten-Ansicht, die Vorabprüfung und der Prüferzugang heute funktionieren.

1. Einen Nachweis von außen prüfen — ohne Konto

  • Jeder Nachweis trägt einen QR-Code mit Prüf-Token. Scannen genügt, kein Konto nötig — das ist Absicht, damit ein Prüfer nicht von der Mitwirkung des Betriebs abhängt.
  • Die Prüfseite zeigt: Person, Kurs, Nachweisnummer, Gültigkeitsdatum, Ausstellungsdatum und den Wissensstand, falls hinterlegt. Nicht jeder Nachweis trägt einen Wissensstand; fehlt er, fehlt die Zeile auf der Prüfseite.
  • Wo vorhanden, zeigt die Prüfseite auch die Normfassung, gegen die geschult wurde. Sie ist bei Ausstellung eingefroren: Eine spätere Änderung am Kurs ändert sie nicht rückwirkend (AGB § 2a). Verschiedene Nachweise desselben Kurses können deshalb verschiedene Normfassungen tragen.
  • Ein Nachweis kann vier Zustände haben:
    • gültig
    • Demo — ein Demo-Nachweis aus einem Testzugang; er belegt keine Unterweisung. Heute entsteht im Testzugang gar kein Nachweis mehr, nur ein Muster zur Ansicht
    • kein gültiger Nachweis gefunden (auch bei abgelaufenen Nachweisen)
    • widerrufen, mit Datum
  • Ein Widerruf geht allem vor. Widerrufen kann nur NormProof, nicht die Aufsicht einer Firma — sie darf den Nachweis ihres eigenen Mitarbeiters nicht widerrufen. Öffentlich steht nur, dass und wann widerrufen wurde; den Grund erfährt der Inhaber in einer Benachrichtigung im Konto und per Mail. Ein Widerruf löscht nichts. NormProof kann ihn zurücknehmen; ein Vermerk bleibt bestehen.
  • Dasselbe Wort, zwei völlig verschiedene Vorgänge: Der Widerruf eines Schulungsnachweises durch NormProof hat nichts mit dem Verbraucher-Widerrufsrecht beim Kauf zu tun. Dieses steht auf einer eigenen Seite „Widerruf“ (§ 8 AGB, § 356 BGB, mit amtlichem Muster-Widerrufsformular).
  • Zugriffsschutz: Zugriff hat die Person auf ihren eigenen Schulungsnachweis und die Aufsicht der zugehörigen Firma. Ein Abruf durch Außenstehende wird nicht protokolliert; eine solche Protokollierung sagen wir nicht zu.

2. Was ein Nachweis ist — und was nicht

  • Belegt eine betriebliche Unterweisung mit Wissensabfrage. Kein staatlich anerkannter Abschluss, keine Personenzertifizierung nach ISO/IEC 17024 (ZFU-Richtlinie Nr. 8, Fußzeile auf jedem Schulungsnachweis).
  • Deckt den allgemeinen Teil einer Unterweisung ab. Der arbeitsplatzbezogene Teil (diese Maschine, diese Halle) bleibt Aufgabe des Betriebs — ein Audit fragt nach beiden Teilen.
  • Wo eine praktische Übung vorgeschrieben ist (z. B. Brandschutzhelfer mit Löschübung), ersetzt die Online-Unterweisung sie nicht — die betroffenen Kurse sagen das selbst.
  • Aussteller ist NormProof (Picture Perfect Film- & Videoproduktion – Sascha Manke), keine akkreditierte Stelle.

3. Die Lieferketten-Ansicht

  • Ein verknüpfter Auftraggeber sieht ausschließlich Kennzahlen: wie viele Beschäftigte grün/gelb/rot/ohne Daten stehen, wie viele insgesamt erfasst sind, wie viele Nachweise in 6 Wochen ablaufen. Keine Namen, keine Dokumente.
  • Die Verknüpfung setzt die Zustimmung des Zulieferers voraus. Er beendet sie jederzeit fristlos und bestimmt den Umfang der Freigabe: Kursstatus, Nachweis-Gültigkeiten, beides oder nichts. Eine bestehende Verknüpfung kann deshalb "keine Freigabe durch den Zulieferer" anzeigen. Das ist keine Lücke, sondern die Bedingung, unter der der Zulieferer überhaupt mitmacht.
  • Vollständigkeitserklärung (nur der Inhaber des Zulieferers): ein zweites, von der Ampel getrenntes Signal. Die Ampel bewertet nur erfasste Personen — ob das alle sind, sagt erst diese Erklärung, mit Name, Datum und Personenzahl. Sie gilt ein Jahr und veraltet früher, wenn die Belegschaft wächst.
  • Grüne Ampel heißt: Nachweise liegen vor und sind gültig. Sie sagt nicht, ob die richtigen Personen geschult wurden oder die Schulung zum Auftrag passt — das bleibt die Beurteilung des Auftraggebers.
  • Eine konkrete Nachweis-Anfrage mit Bezug auf eine Bestell-/PO-Nummer ist möglich; der Zulieferer nimmt an, lehnt ab oder gibt frei.
  • Der Nachweisstand-Schnappschuss friert die Lage zu einem Zeitpunkt ein ("war es grün, als geliefert wurde"). Die Freigabe an einen Prüfer geschieht nie automatisch — der Zulieferer gibt ausdrücklich frei und kann vorher ansehen und kommentieren (Auswahlgründe plus Freitext).

4. Vorabprüfung

Die Vorabprüfung läuft mit einem Klick. Sie hat keinen eigenen Rechenweg, sondern übernimmt dieselben Bewertungen wie das Cockpit. Cockpit und Vorabprüfung zeigen deshalb nie unterschiedliche Farben.

Was die Vorabprüfung ist — und was nicht:

Eine oberflächliche Vorabprüfung der augenscheinlichen Unterlagen. Keine gültige Prüfung, kein Audit, kein Gutachten. Sie erhebt keinen Anspruch darauf, korrekt oder vollständig zu sein.

Sie meldet nie "alles in Ordnung" — nur, welche Punkte angesehen wurden, ohne dass etwas auffiel. Was sie nicht sehen kann, benennt sie ausdrücklich, unter anderem:

  • ob Unterlagen inhaltlich richtig sind — nur, dass etwas da ist
  • ob hochgeladene Dateien echt, lesbar und unverändert sind
  • ob die Personenliste vollständig ist
  • Unterlagen, die ein Mitarbeiter der Firma nicht freigegeben hat
  • arbeitsplatzbezogene Unterweisungen vor Ort
  • alles, was außerhalb von NormProof dokumentiert ist

Datenschutz: Betrachtet werden ausschließlich Dokumente, die ein Mitarbeiter der Firma freigegeben hat — dieselbe Bedingung wie im Cockpit. Ein nicht freigegebenes Dokument existiert für die Auswertung nicht; die Firma erfährt über den Bericht nicht einmal dessen Existenz.

5. Prüferzugang

Einen öffentlichen Antragsweg für den Prüferzugang gibt es derzeit nicht. So funktioniert der Prüferzugang heute:

  • Prüftätigkeit und Partnerprogramm (Provision) sind bewusst getrennt. Es gibt kein durchsuchbares Prüferverzeichnis.
  • Der Betrieb legt einen Prüfauftrag an, mit Anlass, Zeitfenster und einzeln angehakten Freigaben: Schulungsnachweise, hochgeladene Dokumente, Zulieferer-Übersicht (nur Zahlen), Kursinhalte. Nichts ist vorausgewählt.
  • Der Prüfer nimmt den Auftrag unter „Meine Prüfungen“ an — ohne Annahme kein Zugriff.
  • Bei jedem Aufruf wird geprüft, ob drei Bedingungen zusammen erfüllt sind: angenommen, im Zeitfenster, nicht widerrufen. Ein offener Browser-Tab läuft deshalb nicht über den Stichtag hinaus.
  • Ein Widerruf ist sofort wirksam und löscht nichts — auch der Widerruf ist ein nachweisbarer Vorgang.
  • Prüfernotizen sind privat, bis der Prüfer sie ausdrücklich teilt. Teilen ist unumkehrbar. Der Betrieb sieht nur geteilte Befunde.
  • Ein Prüfer aus dem eigenen Haus wird abgelehnt.

6. Anbieterneutrale Prüfliste

Frei zugänglich als PDF unter /pruefliste.pdf, ohne Konto. Bewusst anbieterneutral — sie gilt für Nachweise jedes Anbieters, nicht nur für NormProof.


Info-Felder

Kurze Erklärungen zu einzelnen Funktionen. In der App findest du sie am ⓘ-Zeichen neben der jeweiligen Funktion.

info.lieferkette.vollstaendigkeit

Mit der Vollständigkeitserklärung sagst du deinem Auftraggeber, für wie viele Personen der gemeldete Stand gilt. Das ist eine Zusicherung nach außen, deshalb gibt sie das Firmenkonto ab und nicht eine Aufsicht — dieselbe Grenze wie beim Bestellen. Wir prüfen die Zahl nicht nach: Wir kennen deine Belegschaft nicht und dürfen sie nicht kennen. Festgehalten wird, wer wann wie viele Personen erklärt hat — genau das, was ein Auditor sehen will.

info.lieferkette.nachweis-anfrage

Dein Auftraggeber kann gezielt nach einem Nachweis fragen, statt nur die Ampel zu sehen. Wählt er „sonstiges", muss er im Freitext sagen, worum es geht — eine Auswahl, die nichts erklärt, wäre schlechter als gar keine. Du entscheidest über jede Anfrage einzeln.

info.lieferkette.lizenzen-anbieten

Du kannst einem Zulieferer Lizenzen aus deinem Kontingent anbieten, damit seine Leute einen Kurs belegen können. Das Kontingent bewegt sich erst, wenn er annimmt — bis dahin kannst du die Lizenzen selbst weiter vergeben. Nimmt er später an, wird der Bestand deshalb noch einmal geprüft: Was du zwischenzeitlich selbst vergeben hast, ist weg.

info.pruefung.auftrag

Hier stehen die Prüfaufträge, die dir ein Unternehmen erteilt hat. Du nimmst einen Auftrag an oder lässt ihn liegen; angenommen bekommst du Zugang zu den Unterlagen, die der Auftrag umfasst. Jeder Schritt wird protokolliert — für dich wie für das Unternehmen ist nachvollziehbar, wann was geschehen ist.

info.pruefung.notiz-teilen

Deine Prüfnotiz gehört zunächst dir allein. Teilst du sie, sieht das Unternehmen sie ab sofort — das lässt sich nicht zurücknehmen. Schreibe also zuerst zu Ende und teile dann. Teilen kann eine Notiz nur, wer sie geschrieben hat.

info.pruefung.widerrufen

Das Unternehmen kann einen Prüfauftrag jederzeit widerrufen; der Zugang endet sofort. Gelöscht wird nichts: Der Auftrag bleibt mit seinem Protokoll bestehen, weil auch ein Widerruf ein Vorgang ist, den man später belegen können muss. Für den Prüfer heißt das: Was bis dahin geteilt wurde, bleibt geteilt.

info.pruefung.befund-setzen

Du kannst zu einem Nachweis einen Hinweis oder einen Befund anlegen. Bei einem Befund setzt du eine Frist zur Behebung. Sobald du ihn teilst, sind Art, Frist und Text nicht mehr änderbar. Das Unternehmen kann einmal Stellung nehmen und die Behebung melden; du nimmst sie ab. Nimmst du ab, ohne dass eine Behebung gemeldet ist, schreibst du einen Vermerk — ohne ihn geht die Abnahme nicht.

Handbuch — Für Partner (Partnerprogramm)

Wichtige Abgrenzung: Dieses Kapitel behandelt das Partnerprogramm, also das Empfehlen gegen Provision. Den Prüferzugang, mit dem ein Prüfer die Nachweise eines Betriebs einsieht, beschreibt das Kapitel „Lieferkette und Audit". Beide Rollen sind in NormProof getrennt, damit Prüftätigkeit und Provision nicht vermischt werden.

1. Einstieg

  • Partner wird man über einen Antrag unter /partner-werden. NormProof schaltet jeden Partner einzeln frei, damit die Zuordnung von Empfehlungen von Anfang an stimmt.
  • Jeder Partner erhält einen persönlichen Einladungslink. Ein Kunde, der darüber kommt, wird automatisch zugeordnet.

2. Provision

  • 10 % Vermittlungsprovision auf den Netto-Umsatz jeder vermittelten Kurslizenz, laufend, nicht einmalig.
  • Die Provision entsteht automatisch auf den Netto-Umsatz nach Rabatt.
  • Auszahlung monatlich, nach Bestätigung durch NormProof.
  • Dauerhafter Provisionsverzicht möglich: Ein Partner kann dauerhaft auf Vergütung verzichten. Empfehlungen werden weiter zugeordnet, der Kunde sieht den entsprechenden Hinweis. Den Verzicht zurücknehmen kann nur NormProof, damit er belastbar bleibt und nicht beliebig hin- und hergeschaltet werden kann.

3. Partner-Übersicht

  • Zeigt geworbene Firmen nur mit Name und Zuordnungsstatus. Das ist bewusste Datensparsamkeit: keine Mitarbeiterzahlen, keine Umsätze, keine Kursinhalte des geworbenen Kunden.
  • Offene und ausgezahlte Provisionen werden getrennt ausgewiesen.
  • Ein eigenes Nachrichten-Center für Provisions- und Zuordnungsmeldungen.

4. Transparenz gegenüber dem geworbenen Kunden

  • Wer über einen Partnerlink zur Anmeldung kommt, erhält einen Hinweis, wer ihn empfohlen hat und ob dafür eine Provision fließt.
  • Partner dürfen auch Betriebe werben, die sie selbst fachlich beraten: Transparenz statt Verbot. Vor der Freischaltung bestätigen sie einen Hinweis zur Offenlegung. Ob eigene Unparteilichkeitsregeln (z. B. bei Prüfinstituten) entgegenstehen, prüft der Partner selbst.
  • Die Konditionen sind öffentlich einsehbar unter /partnerkonditionen.